Malen mit Kindern kann erstaunlich unkompliziert sein. Es gibt Beschäftigungen mit Kindern, für die man 17 Materialien, drei Pinterest-Pins und offenbar einen Abschluss in Elementarpädagogik braucht.

Und dann gibt es Stifte und ein Malbuch.

Aufschlagen. Lieblingsmotiv aussuchen. Losmalen. Fertig.

Also theoretisch.

Praktisch braucht natürlich genau in diesem Moment jeder denselben roten Stift, obwohl ungefähr zwölf andere rote Stifte auf dem Tisch liegen. Die Maus möchte außerdem grundsätzlich das Motiv, das der Hase gerade ausgesucht hat, und irgendjemand wird spätestens fünf Minuten später fragen, ob man eigentlich auch auf der Rückseite malen darf.

Familienidylle. 🎨

Trotzdem gehört Malen mit Kindern bei uns zu den Beschäftigungen, die erstaunlich zuverlässig funktionieren.

Nicht, weil hier plötzlich zwei Kinder eine Stunde schweigend ihre innere Mitte suchen. Wir wollen realistisch bleiben.

Sondern weil Malen kaum Vorbereitung braucht, Kinder selbst entscheiden können, was sie daraus machen, und ich danach nicht das Gefühl habe, unser Wohnzimmer müsse von einer Tatortreinigung übernommen werden.

Und das ist in meinem persönlichen Ranking der Kinderbeschäftigungen schon ziemlich weit oben.

Malen mit Kindern und Feinmotorik. Oder: Warum der Stift irgendwann tatsächlich auf dem Papier bleibt

Beim Malen passiert nebenbei ziemlich viel.

Kinder halten einen Stift, führen ihn über das Papier, koordinieren Hand und Auge und versuchen mit der Zeit immer genauer zu bestimmen, wo die Farbe eigentlich hin soll.

Das Schöne daran: Für Kinder fühlt sich das nicht nach „Wir trainieren jetzt eine Fähigkeit“ an.

Sie malen einfach.

Der Hase kann sich dabei gefühlt eine wissenschaftliche Abhandlung darüber überlegen, welche Farbe ein bestimmtes Detail haben soll.

Die Maus verfolgt eher das Prinzip:

Farbe schön. Fläche vorhanden. Angriff.

Beides ist vollkommen legitim.

Gerade bei jüngeren Kindern finde ich deshalb größere Ausmalflächen angenehm. Wenn ein Motiv aus 87 winzigen Segmenten besteht, braucht man sich nicht wundern, wenn nach drei Minuten beschlossen wird, dass der Tisch eigentlich auch eine hervorragende Leinwand wäre.

Klare Konturen und gut erkennbare Formen machen es kleinen Händen einfach leichter, direkt loszulegen.

Und am Ende geht es für mich nicht darum, ob jedes Kind perfekt innerhalb irgendeiner Linie bleibt.

Es geht darum, dass es Spaß macht.

Lila Katze? Selbstverständlich.

Einer meiner Lieblingspunkte beim Malen mit Kindern ist, dass unglaublich wenig dabei wirklich „falsch“ sein kann.

Eine Katze muss nicht grau sein.

Ein Hund darf rosa werden.

Eine Meerjungfrau kann grüne Haare, einen gelben Schwanz und vermutlich noch einen Regenbogen auf der Stirn bekommen.

Und nein, wir diskutieren das nicht.

Kinder treffen beim Malen ständig kleine Entscheidungen.

Welches Motiv möchte ich?

Welche Farbe nehme ich?

Male ich alles aus oder nur die Sachen, auf die ich Lust habe?

Kommt da noch ein Herz hin, obwohl dort überhaupt kein Herz vorgesehen war?

Offensichtlich ja.

Genau diese Freiheit macht für mich einen großen Teil der Freude daran aus.

Natürlich kann man sagen:

„Aber ein Kürbis ist doch orange.“

Man kann aber auch einfach akzeptieren, dass wir heute offenbar einen türkisfarbenen Kürbis besitzen und unser Leben weiterführen.

Ich entscheide mich für Variante zwei.

Malen mit Kindern ohne sieben Dinge vorher bestellen zu müssen

Es gibt Tage, da habe ich richtig Lust auf Basteln.

Und es gibt Tage, da lautet meine persönliche Definition eines gelungenen Kreativprojekts:

Niemand hat Glitzer geöffnet.

Genau dann liebe ich Malbücher.

Stifte auf den Tisch, Bücher dazu und fertig.

Das funktioniert bei uns an ruhigen Nachmittagen genauso wie bei Regenwetter, unterwegs oder dann, wenn ich einfach eine Beschäftigung brauche, bei der nicht alle drei Minuten ein Erwachsener zur technischen Assistenz gerufen wird.

Natürlich heißt „die Kinder malen“ nicht automatisch:

„Mama trinkt jetzt 45 Minuten völlig ungestört einen heißen Kaffee.“

Das wäre schließlich Science-Fiction.

Aber es entsteht oft eine angenehmere Art von Beschäftigung.

Wir sitzen zusammen. Jeder macht etwas. Zwischendurch wird selbstverständlich ausführlich präsentiert, was gerade entstanden ist.

Und ja, ich muss jedes einzelne Kunstwerk angemessen würdigen.

Das gehört zum Vertrag.

Warum manche Malbücher nach drei Minuten wieder zugeklappt werden

Je mehr Malbücher ich über die Jahre gesehen habe, desto stärker ist mir aufgefallen, wie unterschiedlich sie gestaltet sind.

Manche Seiten sehen wunderschön aus, sind für kleinere Kinder aber einfach wahnsinnig detailliert.

Überall winzige Flächen, Muster, Dekorationen und Linien.

Für Erwachsene kann das großartig sein.

Für ein vierjähriges Kind manchmal eher:

Danke, ich gehe jetzt etwas anderes machen.

Mir gefallen deshalb für jüngere Kinder Motive, die auf den ersten Blick verständlich sind.

Klare Konturen.

Größere Bereiche.

Genug Details, damit das Bild spannend bleibt, aber nicht so viele, dass man zuerst einen Schlachtplan braucht.

Genau aus diesem Gedanken sind irgendwann auch meine eigenen Malbücher für Kinder ab 4 Jahren⁠ entstanden.

Und plötzlich war ich nicht mehr nur die Mama, die beim Malen daneben sitzt.

Ich war die Person, die sich ernsthaft die Frage stellt:

Braucht dieses Blatt wirklich noch eine zusätzliche Linie?

Es eskalierte kontrolliert.

Und dann war da noch etwas, das mir gefehlt hat

Neben der Gestaltung ist mir bei Kinderbüchern und Malbüchern noch etwas besonders wichtig:

Vielfalt.

Letztens war ich mit dem Hasen in der U-Bahn unterwegs.

An uns ging eine Frau vorbei, deren Haare ungefähr einen Zentimeter kurz und in einem auffälligen Gelb-Pink-Muster gefärbt waren.

Der Hase:

„Mama, schau die Haare!“

Ich:

„Ja Hase, ich seh’s.“

Kurze Pause.

„Aber warum schauen die so aus?“

„Weil es ihr gefällt, Hase.“

Und damit war das Thema für ihn eigentlich erledigt.

Ich musste danach trotzdem noch länger darüber nachdenken, weil genau das für mich ziemlich gut beschreibt, was ich meinen Kindern mitgeben möchte.

Menschen sehen unterschiedlich aus.

Manche tragen eine Brille.

Manche haben lange Haare.

Manche haben einen Buzzcut.

Manche haben offenbar eines Morgens beschlossen, dass Gelb und Pink gleichzeitig eine ausgezeichnete Idee sind.

Und wissen wir was?

Vielleicht ist es auch eine ausgezeichnete Idee.

Kinder dürfen Unterschiede sehen.

Sie dürfen sie spannend finden.

Sie dürfen fragen.

Aber sie sollen gleichzeitig lernen, dass ein Mensch nicht erst eine Rechtfertigung dafür braucht, warum er so aussieht, wie er aussieht.

Manchmal lautet die ganze Antwort einfach:

Weil es ihr gefällt.

Genau diese Selbstverständlichkeit wünsche ich mir auch für Kinderbücher und Malbücher.

Kinder haben unterschiedliche Hautfarben, Haare und Körper. Manche tragen Brillen. Manche nutzen Hilfsmittel. Manche sehen aus wie die Figuren, die wir in Kinderbüchern ständig sehen.

Andere viel zu selten.

Ein Kind mit Brille ist für mich dabei wirklich nur der Anfang.

Ich möchte, dass in der Welt von Kleine Künstler® nach und nach unterschiedliche Kinder ganz selbstverständlich vorkommen.

Nicht mit einem riesigen Schild darüber, auf dem steht:

ACHTUNG, DIVERSITÄT!

Sondern einfach, weil sie dazugehören.

Weil die echte Welt genauso aussieht.

Und weil Vielfalt für mich nicht bedeutet, Unterschiede nicht zu sehen.

Sondern sie sehen zu können, ohne daraus automatisch ein Problem zu machen.

Warum ich irgendwann angefangen habe, meine eigenen Malbücher zu machen

Kleine Künstler® ist nicht aus einem Businessplan entstanden, bei dem ich eines Morgens dachte:

Der internationale Malbuchmarkt wartet auf mich.

Es war wesentlich banaler.

Ich bin Mama.

Ich bin diplomierte Fotografin.

Und Grafik, Gestaltung und visuelle Kommunikation gehören auch beruflich zu meinem Alltag.

Ich beschäftige mich also ohnehin ständig mit der Frage, wie Bilder wirken, wie Komposition funktioniert und wann eine Gestaltung angenehm aussieht und wann man vielleicht doch drei Elemente hätte früher aufhören sollen.

Irgendwann haben sich diese Welten einfach verbunden.

Ich wollte Malbücher gestalten, die ich selbst gerne für den Hasen und die Maus aussuchen würde.

Mit Motiven, die niedlich sind, ohne komplett überladen zu wirken.

Mit Flächen, bei denen kleine Hände tatsächlich Platz zum Malen haben.

Mit Figuren und Welten, die nach und nach vielfältiger werden.

Und vor allem mit Themen, auf die Kinder wirklich Lust haben.

So ist Kleine Künstler® entstanden.

Mittlerweile gibt es bei uns unter anderem Meerjungfrauen, Hundebabys, Katzenbabys und Halloween.

Und natürlich sind längst weitere Welten in Arbeit.

Weil ich offenbar schlecht darin bin, nach einem fertigen Malbuch zu sagen:

„So. Jetzt reicht’s.“

Welches Malbuch passt zu welchem kleinen Künstler?

Das Schöne an Kindern ist ja, dass ihre Interessen meistens sehr diskret kommuniziert werden.

Also ungefähr so:

MEERJUNGFRAUEN SIND DAS BESTE AUF DER GANZEN WELT!

Gut. Information angekommen.

Falls euer kleiner Künstler oder eure kleine Künstlerin also …

🧜‍♀️ bei Meerjungfrauen sofort in eine andere Dimension wechselt,
🐶 bei Hundebabys kollektiv die Fassung verliert,
🐱 Katzen grundsätzlich für die überlegene Spezies hält
oder
🎃 Halloween am liebsten auf zwölf Monate im Jahr ausdehnen würde,

… wir hätten da inzwischen ein paar Optionen.

Auf meiner Kleine Künstler® Übersichtsseite⁠ findet ihr alle aktuell erhältlichen Malbücher, Innenansichten und mehr Infos zu den einzelnen Themenwelten.

Malen mit Kindern muss nicht kompliziert sein

Vielleicht ist das am Ende auch der Grund, warum Malbücher bei uns immer irgendwo griffbereit liegen.

Man braucht nicht viel.

Ein paar Stifte.

Ein Motiv, auf das das Kind gerade Lust hat.

Und ein bisschen Zeit.

Manchmal entstehen dabei Kunstwerke.

Manchmal entstehen lila Katzen.

Manchmal erklärt mir die Maus sehr überzeugt, dass etwas genau so gehört, obwohl ich beim besten Willen nicht mehr erkennen kann, was dieses Etwas ursprünglich einmal gewesen sein könnte.

Und manchmal sitzen wir einfach gemeinsam am Tisch und malen.

Ohne großes Programm.

Ohne Perfektionsanspruch.

Ohne dass jemand vorher 14 Bastelutensilien vorbereiten musste.

Und ganz grundsätzlich ohne Glitzer.

Wenn möglich.

Lust auf eine neue Malwelt?

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