Da saß ich nun, 4 Tage überfällig, um vier in der Früh, mit einem positiven Schwangerschaftstest in der Hand. Wow. Meine Gedanken kreisten wie wild in meinen Kopf. Stumm legte ich mich wieder ins Bett. An Schlaf war jedoch nicht zu denken.

Kann der Test wirklich stimmen? Das muss doch erst ein Arzt verifizieren?! Der Test irrt sich bestimmt. Was, wenn’s stimmt? Wird Mike sich freuen? Wie wird meine Mutter reagieren? Ok, jetzt müssen wir aber wirklich im Juli heiraten….

All diese Gedanken gingen mir durch den Kopf. Am Ende habe ich den Entschluss gefasst als erstes in der Früh den Arzt zu kontaktieren und zu bitten, dass er mich bitte einschieben möchte. Natürlich hatte er erst ab 14 Uhr Ordination. Doch dann gab es kein Halten mehr für mich und ich habe quasi alle zwei Minuten angerufen, bis ich druchgekommen bin.

Ich weiß noch, dass mein Herz, im Wartezimmer des Arztes, so schnell und laut geschlagen hat, dass ich dachte, jeder würde es hören. Er begrüßte mich mit einem „Na? Was mach ma denn? Unsere übliche Kontrolluntersuchung?“ Ähhhmmm…. „Ja, das und dann wär‘ da noch was….“ Via Ultraschall konnte er tatsächlich ein kleines Pünktchen auf dem Monitor erkennen, meinte aber, dass es noch zu früh ist und ich die Woche drauf wieder kommen soll. Es war ja auch erst SSW5.

Immer noch völlig perplex bin ich nach Hause gefahren und bin Mike, noch völlig in Gedanken, am Bahnhof am Weg nach Hause in die Arme gelaufen. Er hatte Dienstschluss gehabt und war wohl in der gleichen U-Bahn gewesen. Ich war mir sicher, dass ich vor Aufregung gleich platzen würde und er mir ansieht, dass irgendwas anders ist als sonst. Aber nichts, keine Bemerkung, kein komischer Blick, einfach ein „Hallo mein Schatz, lass uns kurz zum Kiosk gehen. Ich hab Hunger und heute noch nichts g’scheites gegessen.“

Während er seine Pizza futterte überlegte ich hin und her ob ich es ihm gleich sagen sollte, oder erst zu Hause. Wäre es besser erst zum Termin nächste Woche zu gehen und ihn dann zu überraschen? Nein, so lange würde ich es nicht aushalten, also platze ich heraus: „Schatzi, wie viel ist eigentlich 1+1?“ Er schaute mich verdutzt an und sagte: „Grundsätzlich zwei, aber du belehrst mich bestimmt gleich eines besseren….“ Ich konnte mir ein Grinsen nicht mehr verkneifen und nickte. Es dauert ein paar Sekunden bis er verstanden hatte was ich meine, doch dann war die Freude groß. Ich war so erleichtert, ich kanns euch gar nicht sagen.